Ein Familienbetrieb mit Weitblick
Für diese Ausgabe waren wir zu Besuch bei Familie Penniggers. Mitten in der Gemeinde Handrup, im Ortsteil Penninghusen, liegt der landwirtschaftliche Betrieb Penniggers. Seine Geschichte reicht bis Mitte des 16. Jahrhunderts zurück. Über viele Generationen hinweg hat sich der Hof stetig weiterentwickelt und den Herausforderungen der Landwirtschaft angepasst. Heute verbinden sich auf dem Betrieb jahrhundertalte Erfahrung, moderne Technik und eine klare Vision für die Zukunft.
Auf dem Hof leben Josef und Thea Penniggers sowie Betriebsleiter Thomas Penniggers mit Ehefrau Daniela mit ihren vier Kindern. Landwirtschaft ist hier nicht nur Beruf, sondern gelebte Leidenschaft und Familienleben zugleich.
Früher war der Betrieb ein typischer emsländischer Mischbetrieb, mit Milchvieh, Schweinen und Ackerbau. Die Milchkühe prägten den Hof viele Jahrzente lang. Im Jahr 1990 wurde die Milchviehhaltung jedoch aufgegeben. Die alte Diele war baufällig und gleichzeitig bot der damalige Abkauf der Milchquote eine wirtschaftliche Perspektive für eine Neuausrichtung.
Bereits seit den 1970er Jahren gehörte die Schweinemast fest zum Betrieb. 1982 kam die Ferkelerzeugung hinzu und bildet bis heute einen wichtigen Betriebszweig.
Ein weiterer Meilenstein folgte 1992, als der Kartoffelanbau deutlich ausgebaut wurde. Besonders Speise- und Pommeskartoffeln entwickelten sich zu einem wichtigen Standbein des Betriebes. Die größte Entwicklung fand jedoch in den vergangenen 20 Jahren statt. Durch kontinuierliche Investitionen, Kooperationen und Erweiterungen verschiedener Betriebszweige entstand ein moderner, breit aufgestellter Familienbetrieb.
Heute setzt der Betrieb auf mehrere Einkommensstandbeine und ist sehr breit aufgestellt. Im Bereich Tierhaltung bilden Ferkelerzeugung und Schweinemast den Kern des Betriebs, hinzu kommen Rindvieh- und Geflügelhaltung auf anderen Standorten. Ackerbaulich setzt Familie Penniggers neben typischen Feldfrüchten wie Mais und Getreide auch auf speziellere Kulturen wie Kartoffeln, Rüben, Ackerbohnen, Raps und Sonnenblumen.
Das Standbein Kälberaufzucht und Bullenmast wird nicht auf dem Stammbetrieb in Handrup betrieben. Die Rindviehhaltung findet auf dem Betrieb von Thomas Schwiegereltern statt und ergänzt so seit einigen Jahren das Konzept des Betriebs.
Ein besonderes Projekt ist der neu angeschaffte Mobilstall. Die Idee dahinter entstand nicht zufällig. Die vier Kinder der Familie begeistern sich sehr für Tiere und so entstand die Idee die Hobby Hühnerhaltung weiter auszubauen. Gleichzeitig möchte Familie Penniggers den Menschen aus der Region zeigen, wie moderne Tierhaltung heute aussieht. Der Mobilstall soll deshalb nicht nur den eigenen Kindern Freude bereiten, sondern auch dazu beitragen, das Verständnis zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft zu stärken. Das Konzept vervollständigen soll in naher Zukunft ein Hofladen an der Uttruper Straße in Lengerich. Dort sollen künftig unter anderem eigene Eier, Kartoffeln, Nudeln und weitere regionale Produkte direkt vermarktet werden.
Auch beim Thema Nachhaltigkeit entwickelt sich der Betrieb stetig weiter. Bereits heute wird ein großer Teil des benötigten Stroms über Photovoltaikanlagen selbst erzeugt. Künftig sollen zusätzliche Batteriespeicher eingesetzt werden, um den Eigenverbrauch besser abdecken zu können. Auch im Bereich der Wärmeversorgung setzt der Betrieb auf nachhaltige Lösungen und nutzt unter anderem Hackschnitzel als Energieträger.
Ein besonderes Markenzeichen des Betriebes ist die Ausbildung junger Menschen. Seit fast 60 Jahren werden regelmäßig Auszubildende auf dem Hof begleitet. Meist befinden sich zwei oder drei Auszubildende gleichzeitig auf dem Betrieb. Zusätzlich werden Praktikanten aufgenommen sowie Menschen im Rahmen der Fachwerkerausbildung des Christopherus-Werks Lingen ausgebildet.
Zum aktuellen Team gehören Thomas und Josef junior Penniggers als Betriebsleiter, deren Vater Josef senior und Thomas Schwiegervater. Vervollständigt wird das Team Penniggers von 1,5 Büroarbeitskräften, 2 Auszubildende, 6 weiteren Mitarbeitern und ca. 10 Aushilfen.
Der Alltag lässt sich für den Betrieb nicht in Worte fassen, jeder Tag ist verschieden und genau das macht den Job in der Landwirtschaft für die Familie Penniggers so interessant und spannend. Neben Wetterextremen, Dürrephasen, schwankender Märkte und den Folgen internationaler Krisen, stellt vor allem die zunehmende Bürokratie den Betrieb vor große Herausforderungen. Thomas bringt es auf den Punkt: “Man muss morgens die Maske aufsetzen und abends auch wieder absetzen.”
Der Strukturwandel werde sich weiter beschleunigen. Viele landwirtschaftliche Betriebe würden in den kommenden Jahren aufgeben müssen. Deshalb sei es wichtig, gute Jahre zu nutzen, um schwierigere Zeiten zu überstehen. Sein größter Wunsch für die Zukunft: “Weniger Bürokratie, mehr Praxisnähe von politischer Seite und darauf aufbauende Entscheidungen, die gemeinsam mit der Landwirtschaft getroffen werden.”
Kooperationen gehören seit Jahrzehnten zur Philosophie des Betriebes. Bereits seit den 1970er Jahren wurden Maschinen gemeinsam mit Nachbarbetrieben angeschafft und genutzt. Seit 2007 arbeitet Familie Penniggers mit drei weiteren Familienbetrieben zusammen. Gemeinsam werden unter anderem Bereiche wie Maschinen, Hähnchenmast, Biogas, Ackerbau, und ein weiterer Betrieb in der Nähe von Berlin mit Direktvermarktung betrieben. Diese Zusammenarbeit ermöglicht wirtschaftliche Vorteile und schafft gleichzeitig Freiräume für Investitionen und Innovationen.
Besonders schätzt Thomas Penniggers die persönliche Zusammenarbeit: “TIBA versteht unsere Sprache. Die Mitarbeiter wissen, wovon wir sprechen. Produktentwicklung, Beratung und Zusammenarbeit finden auf Augenhöhe statt.”
Auch technisch setzt der Betrieb auf Qualität. Sämtliche Arbeiten - von der Aussaat über Düngung, Pflanzenschutz und Gülleausbringung bis zur Ernte - werden in Eigenregie durchgeführt. Lediglich das Feldhäckseln übernimmt ein Lohnunternehmen.
Bei Neuanschaffungen gilt dabei ein klarer Grundsatz: “Maschinen müssen langlebig, zuverlässig und wertbeständig sein. Denn Qualität zahlt sich langfristig aus!”